Räucherfiguren

Räucherfiguren

Entscheidende Voraussetzungen für die Entstehung der Räuchermänner war die Verwendung von Weihrauch im weihnachtlichen Brauchtum. Weihrauch war neben Gold und Myrrhe eines der drei Geschenke, die die heiligen drei Könige dem Jesuskind überbrachten. Für das Erzgebirge nimmt man die Zeit um 1750 und den Ort Crottendorf für den Beginn der Räucherkerzenproduktion an. Über die Verwendung der Räucherkerzen berichtet das Heilig-Ohmd-Lied für die Zeit um 1830, wobei die Kerzchen auf einen Untersatz und noch nicht in eine Figur gestellt wurden. Dazu bedurfte es eines Anstoßes aus dem täglichen Leben. Es war dies die Sitte des öffentlichen Rauchens, die im Laufe des 19.Jahrhunderts den Mann mit der Pfeife im Mund zu einer allgemeinen Erscheinung werden ließ. Dieser Anregung kann man die Schaffung der ersten erzgebirgischen Räuchermänner zuschreiben. Den Ursprung muss man 1856/57 in Heidelberg, heute ein Ortsteil von Seiffen, suchen. Die Räuchermänner entstanden genau wie die Nussknacker aus der zylindrisch gedrechselten Dockenform, die allerdings zweigeteilt und zusammensteckbar ist. Im unteren Teil sitzt auf einer Blechronde das Kerzchen, während der hohle obere Teil als Rauchkessel dient. Im Gegensatz zu den Obrigkeitsdarstellungen der Nussknacker wählten die Spielzeughersteller für die Räuchermänner vertraute Leute aus dem dörflichen Alltag als Vorbilder. So finden wir Feuerwehrmann, Bergmann, Fleischer, Bäcker, Postbote, Schornsteinfeger und viele andere.
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